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Öffentlicher Verkehr in Wien

Posted @ 01.03.2018 09:53 By Mischa G. Hendel

Veröffentlicht in [Kulturwerkstatt], [Rezensionen], [spacelab_gestaltung], [Vermischtes] | 0 Kommentare

Kalender 2018

Florian Daljipi, ein Teilnehmer der Kulturwerkstatt, hat sich intensiv mit dem öffentlichen Verkehrssystem in Wien auseinandergesetzt. Entstanden sind eine Radio-Reportage über die Öffis in Wien sowie das folgende schriftliche Interview mit der Pressesprecherin der Wiener Linien, Barbara Pertl.

Die von Florian Daljipi gestaltete Sendung hat folgende Inhalte: Der öffentliche Verkehr im Wandel der Zeit, der Tramwaytag und das Remise Verkehrsmuseum, sowie einige peinlichste und lustige Momente in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Wiener Linien sind der städtische Verkehrsbetrieb von Wien. Sie beförderten im Jahr 2015 ca. 939 Millionen Passagiere, die Zahl steigt seit den 1970er-Jahren an. Besonders der Verkauf von Jahreskarten erhöhte sich in den letzten Jahren stark. Wien betreibt das sechstgrößte Straßenbahnnetz weltweit.

Der Radiobeitrag kann unter folgendem Link nachgehört werden: https://cba.fro.at/369197

Hier nun Frage und Antwort zu den Wiener Linien:

1. Voraussetzung für Wiener Linien MitarbeiterInnen im Fahrverkehr:

U-Bahn: 21 Jahre, B-Führerschein, Fahrpraxis – Ausbildungsdauer bei WL: zehn Wochen
Straßenbahn: 21 Jahre, B-Führerschein, Fahrpraxis – Ausbildungsdauer bei WL: knapp zwei Monate
Bus: 24 Jahre, B-Führerschein, Fahrpraxis – Ausbildungsdauer bei WL: drei Monate

2. Details zum Verkehrsmuseum Remise:

Dieses besteht seit September 2014 in dieser Form am Ludwig-Koeßler-Platz. 150 Jahre Verkehrsgeschichte werden hier auf 7.700 m² Fläche veranschaulicht – gemeinsam mit verschiedenen Leihgebern und der Stadt Wien. Mehr als 50 Fahrzeuge stehen bereit: von der Pferdetramway aus 1868 über den Bus vom Reichsbrückeneinsturz 1976 bis zum Stockbus 13A (1961 bis 1991 statt Bim unterwegs). Kleine und große Besucher können sich bei 15 Themeninseln informieren und interaktiv Öffi-Geschichte erleben; thematisiert werden auch der schaffnerlose Verkehr sowie der U-Bahn-Bau (feiert dieses Jahr den 40. Geburtstag): 1974 war der Karlsplatz beispielsweise die größte Öffi-Baustelle Europas.

3. Öffi-Stimme:

Franz Kaida war mehr als 40 Jahre die Öffi-Stimme. Mit 70 Jahren ging er schließlich in den wohlverdienten Ruhestand. 2012 konnten die Fahrgäste schließlich eine neue Stimme „bestimmen“ – es gab zwei Frauenstimmen zur Auswahl, die Abstimmung lief online ohne Bekanntgabe der zwei Frauen (die Fahrgäste kannten keinen Namen und kein Gesicht – nur die Stimme zählte). Angela Schneider sprach schließlich 3.000 verschiedene Durchsagen-Blöcke ein. Die werden, je nach Notwendigkeit, so  zusammengespielt, dass sie für die Fahrgäste sinnvoll sind.

4. Tramway-Tag:

Der Tramway-Tag ist heuer ein U-Bahn-Tag – Grund: am 25. Februar 1978 wurde die erste Neubau-Teilstrecke vom Karlsplatz zum Reumannplatz (U1) eröffnet. Es wird 2 Locations geben: Remise – hier geht es vor allem um die Geschichte der Öffis bzw. diverse Ausstellungen, und Bahnhof Erdberg – hier gibt es Action: unterschiedliche Mitmach-Stationen, sowie eine Sonderfahrt mit einem ganz speziellen Fahrzeug ist geplant.

5. U5:

Ab 2020 wird ein Protoyp im U-Bahn-Netz unterwegs sein. Insgesamt 35 Züge wurden bestellt. Da unsere U-Bahn-Strecke relativ jung ist, wurde bei den damaligen Planungen auch für die Zukunft „mitgedacht“. Das führen wir weiter und haben Züge bestellt, die im gesamten Netz (mit Ausnahme der U6) unterwegs sein können. Schon jetzt sind die U-Bahn-Garnituren auf U1, U2, U3 und U4 halbautomatisch unterwegs (die U6 hat ein anderes System, da sie auf der oberirdischen Stadtbahn-Strecke unterwegs ist): das bedeutet, dass nur die Abfertigung der Fahrgäste (Aus- und Einsteigen) durch den U-Bahn-Fahrer gemacht wird. Geschwindigkeit und Bremsvorgang werden automatisch über die Leittechnik in den Gleisen (und in letzter Konsequenz von der Leitstelle aus) eingespeist. Mit der U5 gehen die Wiener Linien einen letzten Schritt weiter und automatisieren auch noch die Abfertigung. So entstehen neue Berufsbilder: Sowohl in der Leitstelle als auch in den Zügen werden geschulte MitarbeiterInnen zur Verfügung stehen, die bei Störungen direkt eingreifen können.
Die Vorteile für die Fahrgäste durch eine vollautomatische U-Bahn: kürzere Intervalle, pünktlichere Abfahrten, schnelleres Ankommen.

6. MitarbeiterInnen mit Beeinträchtigungen:

Im Fahrdienst ist der Einsatz von Menschen mit Beeinträchtigungen nicht möglich: psychische und physische Gesundheit gelten hier als Grundvoraussetzung. In anderen Bereichen aber sehr wohl: je nach Qualifikation bzw. Anforderung können dies Positionen in unterschiedlichsten Abteilungen sein (Etagendienst, Medienservice, IT, …). Die Aufnahme in den Dienst der Wiener Linien fällt stets individuell.

7. Änderungen im Fahrdienst:

Die Fahrzeuge der Wiener Linien sind technisch immer auf dem neuesten Stand. Ähnlich wie im Individualverkehr wird großes Augenmerk auf die Bedienbarkeit gelegt. Für die Fahrgäste ist natürlich der Komfort ein wesentlicher Punkt, vor allem im Straßenverkehr (Bus und Bim) sind die Anforderungen für unsere MitarbeiterInnen immer höher: immer mehr Fahrzeuge/Radfahrer/Fußgänger. Die Aufmerksamkeit der VerkehrsteilnehmerInnen ist nicht immer so gegeben, wie sie sollte die Fahrgäste werden immer anspruchsvoller: Intervalle, Angebot aber auch Sauberkeit, Komfort und Ticketpreise: die Wiener Linien versuchen alle Wünsche zu erfüllen.

8. Allgemeine Fakten:

rund 8.700 MitarbeiterInnen – mehr als 4.000 davon im Fahrdienst und mehr als 3.000 in Werkstätten und Analgenbau.
2017: 961,7 Mio. Fahrgäste (453,7 Mio. in der U-Bahn, 305,8 Mio. in den Bims, 202,2 Mio. in den Bussen) – bis 2020: 1 Mrd. Fahrgäste
778.000 Jahreskartenbesitzer – mehr als angemeldete PKW in Wien
5 U-Bahn-Linien: 109 Stationen, 83 km, 150 Züge
28 Bim-Linien: knapp 1.100 Stationen, 220 km, 550 Züge
65 Bus-Tag- und Nachtlinien: rund 4.200 Haltestellen, 846 km, 450 Busse

Alle Öffis gemeinsam haben im Jahr 2017 insgesamt 77 Mio. km abgespult: das heißt, sie sind täglich fünfmal um die Erde gefahren.
260.000 Fahrgäste haben gleichzeitig in den Wiener Öffis Platz – entspricht knapp der Einwohnerzahl von Graz.
In Stoßzeiten sind 1.000 Fahrzeuge im Einsatz. 38 Prozent aller Wege in Wien werden mit den Öffis zurückgelegt (Modal Split)

2018 werden 407 Mio. Euro in den Ausbau der Öffis gesteckt: 70 neue umweltfreundliche Busse, 7 E-Busse, Flexity-Bim, U4-Modernisierung, U6-Revitalisierung der Otto Wagner-Stationen, Ausbau Sicherheitsteam (aufgestockt auf 90 MitarbeiterInnen), 800 zusätzliche Kameras, Gleisbauarbeiten (9.000 Meter) am Ring, Mobilitätsstation in Simmering (multimodale Mobilität mit Leihrädern, Carsharing und Öffis).

Galerie

Kalender 2018 à la Wiener Linien by Florian Daljipi
Kalender 2018 à la Wiener Linien by Florian Daljipi
Kalender 2018 à la Wiener Linien by Florian Daljipi
Wiener Linien Logo

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