Gestaltung, Kreativ, Umwelt

63 Bewerbungen bis zur Lehrstelle

Nach 63 Bewerbungen holte sich ein spacelab-Teilnehmer endlich den ersten Platz in einem aufwendigen Bewerbungsverfahren und damit eine Lehrstelle.
Ein Mann steht mit ausgestreckten Händen auf einer Bergspitze

Beitrag von Monika Maurer, spacelab-Arbeitscoach

Bürokaufmann war sein Berufswunsch. Im Grunde war R. auf einem guten Weg. Er war 17 und besuchte die Handelsschule. Fachlich passte die Ausbildung gut zu ihm und seinem Ziel. Was ihm jedoch in die Quere kam, waren Dispute vorerst mit seinen Mitschüler_innen und folglich auch mit seinen Lehrer_innen. Die Streitigkeiten entglitten ihm und er konnte den Zug nicht mehr stoppen. Die Entscheidung war gefallen und es hieß seitens der Schule Endstation.

Zuerst konnte er den Rausschmiss kaum glauben, dann nicht gut nehmen. Seine Idee war durchkreuzt und eine neue hatte er nicht. Die Ernüchterung war groß. Da es nun für ihn keinen Plan gab, etwas zu tun, folgte er dieser Planlosigkeit und ließ sich treiben. Das Loch, das sich auftat, wurde tiefer und seine Stimmung zusehends schlechter. Ein Dreivierteljahr verging. Auch die Begeisterung im Elternhaus hielt sich in Grenzen und der Druck wurde von allen Seiten höher – innen und außen.

Freunde erzählten ihm von spacelab. Er wusste lediglich, dass man dort täglich hingehen könne und dass man Hilfe bekommt bei der beruflichen Orientierung.

Im Herbst 2017 wurde er bei spacelab aufgenommen und die ersten Monate vergingen damit, das Vakuum der vergangenen Monate mit Struktur zu rahmen und wieder etwas Motivation zu finden. Mit seinem Coach hatte er viele Gespräche. Es galt ein Ziel zu finden und den Weg dorthin. Allmählich fand er bei spacelab ein Umfeld, wo er für sich bemerken konnte, was und dass er konnte. Das Gefühl vermisste er schon lange, auch die Schule hatte ihm das Gefühl nur selten gegeben. Die Arbeiten in der Werkstatt und in der Natur machte er großteils gern und in der Gruppe fand er guten Anschluss.

Aufgrund der schlechten Erfahrungen in der Schule wich er auch von seinem beruflichen Ziel ab und sein neuer Plan hieß Kfz-Techniker. Jeder Bewerbung folgte – wenn überhaupt – eine Absage.

Wieder sackte die Motivation ab, Gespräche mit dem Coach folgten. Zwischen den Motivationslöchern tauchte langsam sein ursprünglicher Plan Bürokaufmann wieder an die Oberfläche. Adressen wurden gesucht, Bewerbungen getippt, Anschreiben formuliert. Wiederum folgte jeder Bewerbung eine Absage.

Es galt an der Oberfläche zu bleiben. Trotz zahlreicher Rückschläge blieb er dran und kam regelmäßig zu spacelab. 63 Bewerbungen später bot sich eine Chance – er holte sich den ersten Platz in einem aufwendigen Bewerbungsverfahren. Im Juli 2018 konnte er eine Lehrstelle als Bürokaufmann beginnen.

Freude und Erleichterung waren groß. Bei gelegentlichen Besuchen erfahren wir, dass er sich gut in den Büroalltag und das junge Team eingelebt hat. In einem unserer letzten Gespräche kommt das Thema Lehre mit Matura auf. R. lächelt verschmitzt und gleichzeitig stolz: „… das muss ich mir noch überlegen.“

Verwandte News:

Erfolgsgeschichte: Heavy Metal

Artikel teilen:
Gefördert von:

Gefördert von: Sozialministeriumservice und Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff),
ein Projekt der Wiener Ausbildungsgarantie

In Kooperation mit: