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Die Rückkehr in einen noch nicht ganz normalen spacelab-Arbeitsalltag

Nach 10 Wochen Teleworking in den eigenen vier Wänden konnten die spacelab-Mitarbeiter_innen und -Teilnehmer_innen am 25. Mai langsam an die Standorte zurückkehren. Was aber bedeutet diese Rückkehr und wie wird sie von den Jugendlichen wahrgenommen? Sichtbar wird dies in den im Text angeführten Original-Zitaten von spacelab-Jugendlichen (kursiv).

"Den Wechsel vom Home Office zum spacelab Standort fand ich relativ gut, nur musste ich meinen Schlafrhythmus etwas umstellen und war dementsprechend am ersten Tag leicht müde. Der erste Tag machte mir mega Spaß bis auf das ständige Desinfizieren, obwohl man da nicht drum herum kam. Ich freue mich mittlerweile alle oder faste alle in echt zu sehen."

Die schrittweise Rückkehr aus dem Teleworking

Von 16. März bis 22. Mai fanden das Coaching, Training, Lerncoaching und sogar sportliche Aktivitäten bei spacelab wie auch in vielen anderen Projekten nicht vor Ort, sondern ausschließlich in Form von Teleworking und Distance Learning statt. Mit außergewöhnlich intensivem Einsatz und bewundernswerter Kreativität gaben alle spacelab-Mitarbeiter_innen ihr Bestes, um die Jugendlichen auch in der Ausnahmesituation so gut wie möglich zu unterstützen. Die Ergebnisse lassen sich in zahlreichen Blogbeiträgen nachlesen.

Gerade in niedrigschwelligen Maßnahmen wie spacelab ist ein gemeinsamer Arbeitsort jedoch ein grundlegender Aspekt für die persönliche Beziehungsarbeit zwischen Mitarbeiter_innen und Teilnehmer_innen.

"Es ist anders. Zuhause zu sein hat ein geringeres Gefühl der Verantwortung, der Dringlichkeit. Vor Ort kann der soziale Kontakt besser gepflegt werden und die Produktivität, oder zumindest die Wahrnehmung davon, ist erhöht. Der allgemeine Rhythmus wird durch die Struktur wiederhergestellt."

Die Rückkehr an die Standorte, die mit dem 25. Mai unter erhöhten Sicherheitsbestimmungen und in kleinen Gruppen begann, stellte für die meisten Teilnehmer_innen eine große Erleichterung dar.

"Ich finde es gut wieder hier zu sein, da es mir im Home Office schwer gefallen ist regelmäßig mitzumachen."

Ich bin froh wieder im Spacelab zu sein, da ich nicht mehr nur zuhause herumsitze und nichts tue. Außerdem kann ich so meine Jobsuche weiter führen und bekomme auch Unterstützung dabei. Unter anderem bin ich froh wieder unter Leute zu kommen und meine Zeit auch anders zu nutzen. Schade ist es, dass durch die Corona-Maßnahmen der Bewegungsraum geschlossen ist.“

"Ich persönlich finde den Übergang zwischen Arbeit -> Home Office -> Arbeit bzw Normal -> Quarantäne -> Normal jetzt nicht so schlimm. Anstatt, dass ich wohin muss, arbeite ich eben von Zuhause und anstatt, dass ich von Zuhause arbeite, gehe ich wieder zu spacelab. Nur mit ein paar extra Regeln. Anpassung ist ein wichtiger Lebensstil."

Ein Wiedersehen mit vielen Einschränkungen

Die Normalität kehrt langsam zurück dennoch [ist] es ein Wiedersehen [mit] vielen Einschränkungen.

Ich bin froh zurück am Standort zu sein da es mir schwer fiel Homeoffice Arbeiten zu erledigen. Leider ist es nicht mehr so wie früher mit dem wöchentlichen kochen und dem Bewegungsraum. Es ist auch schade die anderen Teilnehmer_innen nicht mehr am Standort sehen zu können mit den man sich vor der Ausnahmesituation gut verstanden hat. Aber wenigstens kann ich mich jetzt voll und ganz am Standort auf die Arbeit konzentrierten und darauf eine Lehrstelle im ersten Arbeitsmarkt zu finden.“

Wie sich bereits aus den Teilnehmer_innen-Zitaten erkennen lässt, ist die Rückkehr an die Standorte natürlich mit sehr viel zusätzlichem Aufwand und vielen Einschränkungen verbunden. Derzeit findet die Arbeit bei spacelab in einem hybriden Format sowohl mit Arbeit an Standorten als auch in Form von Distance Learning statt.

"Dass wir jetzt wieder ins spacelab können - auch nur für zwei Tage - ist toll, denn endlich mal wieder rauszukommen vor allem ist gut. Es ist halt leider noch umständlich, aber es dauert eben noch."

Die Jugendlichen verbringen durchschnittlich zwei Tage in der Woche am Standort. Alle Werkstätten wurden in zwei Kleingruppen geteilt. Während ein_e Trainer_in mit den Teilnehmer_innen vor Ort am Standort arbeitet, befinden sich die anderen Jugendlichen mit der_dem zweite_n Trainer_in in Onlinebetreuung. Auch das Coaching und Lerncoaching findet weiterhin sowohl in Einzelsettings vor Ort als auch in Form von Distance Learning und digitaler Betreuung statt.

 „Das HomeOffice fand ich ganz in Ordnung. Es war zwar seltsam und „anders“ aber es war ok.
Im Spacelab zu erscheinen ist gut, weil man wieder jemanden sehen kann und nicht mehr alleine ist. Zuhause ist alles schön und gut aber unterwegs zu sein wieder miteinander arbeiten zu können und die Kommunikation während man sich sieht ist besser. Da im Spacelab die Schutzmaßnahmen eingehalten werden, ist eigentlich ok.

Die zahlreichen neuen Verhaltensregeln und Hygienemaßnahmen am Standort bedeuten für alle eine Umgewöhnung. Die spacelab-Standorte dürfen nur mit Maske und nach Termin-Vereinbarung betreten werden. Bei einer Empfangsstation am Eingang findet die erste der zahlreichen Hände-Desinfektionen statt. Die Maske oder das Visier dürfen am Standort lediglich dann abgelegt werden, wenn jemand am fix zugewiesenen Arbeitsplatz, der genügend Abstand zu anderen gewährleistet, arbeitet. Coaches führen ihre Einzelgespräche hinter einer transparenten Trennwand durch.

Nicht alles ist wie früher

Die Quarantäne war eine gute Zeit mal eine Pause von der Außenwelt zu machen und auf sich selbst zu konzentrieren. Ich habe sehr viel Zeit mit meine Hobbies verbracht und hatte sehr viel Geduld mein Buch zu schreiben aber wenn alles wieder vorbei ist, will man auch wieder zurück in die Außenwelt. Spacelab ist ein guter Ort mal Pause von Zuhause zu machen und seine Mitmenschen wieder zu sehen. Vor allem weil man mal wieder Freiheit nach der Quarantäne im Spacelab hat. Auch wenn alles nicht so ist wie früher, ist es immer noch ein angenehmer Ort und macht viel Spaß hier.

Nicht alle Angebote konnten an die Standorte zurückkehren, aber die Mitarbeiter_innen bemühen sich immer noch, einen Ausgleich dafür bereitzustellen. So kann an den Standorten immer noch kein Offener Raum bzw. Projektraum stattfinden. Die Jugendarbeiter_innen sind jedoch für die Jugendlichen weiterhin u.a. auf Facebook und Instagram da und mittlerweile auch wieder im öffentlichen Raum unterwegs. Sportliche Angebote werden nicht nur mittels eSports geboten, sondern die Trainer_innen sind auch bemüht, sportliche Aufträge zu geben und motivierende Online-Videos bereitzustellen. Die Jugendarbeiter_innen haben unter anderem das neue Format walk and talk einführt und regen die Jugendlichen dazu an, bei gemeinsamen Telefongesprächen einen Spaziergang zu unternehmen.

Da aufgrund der derzeitigen Situation keine Infotage stattfinden, können die Jugendlichen die Standorte spacelab_kreativ und spacelab_girls* über Videos auf der Webseite bzw. auf YouTube kennenlernen und sich mit den Coaches aller Standorte einen Termin für Erstgespräche vereinbaren.

 „Da ich erst neu zu Spacelab gekommen bin kann ich leider noch nicht so vieles sagen. Ich bin sehr froh das ich endlich wieder einen Kurs anfange. In der Corona Zeit wusste ich nicht was ich machen soll und jetzt habe ich wieder eine Beschäftigung die mich glücklich macht, schon am ersten Tag habe ich viele nette Personen kennengelernt und mir wurde auch alles gut erklärt. Ich freue mich auf die nächsten Wochen mit Spacelab.

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