Kreativ, Girls*

Together Lonely

Ein weiterer Beitrag in der Reihe, in wir den Tele-Arbeitsalltag von spacelab-Mitarbeiter_innen und Jugendlichen vorstellen.
Andrea

Beitrag von Andrea Gitschtaler, Offene und Aufsuchende Jugendarbeit

Fuß aus dem Bett, den Ofen einheizen und Zähne putzen.
Die Jogginghose an (einfach, weil ich sie immer trage) und dann das Diensthandy einschalten! Sobald das W-Lan aktiviert ist, läutet das Handy mal 1-2 Minuten vor sich hin, bis alle Meldungen des Wochenendes reingekommen sind.

Wir sind in Woche 5 der Corona Ausnahmesituation. Es kommt das Gefühl auf, dass das Arbeiten von Zuhause schon fast zur Gewohnheit wird und eventuell noch etwas dauern kann. Dieses Gefühl haben wohl auch meine Jugendlichen.
„Ich hatte noch nie so viel Zeit zum Zocken!“
„Andrea, glaubst du müssen wir den ganzen April auch daheim bleiben?“
„Wenn das noch lange dauert, flipp ich aus!“
„Ich habe leider kein Geld für Lebensmittel, was soll ich machen?“
Mit solchen Fragen startet mein Alltag derzeit regelmäßiger. Ich denke mir, wie gut, dass ich schon 2017 mit Online Jugendarbeit angefangen hab, so habe ich jetzt Kontakt zu sehr vielen Jugendlichen und viele melden sie mit ihren Anliegen bei mir. Manche sind schnell besprochen, für manche braucht es aber mehr als mich als Person, die einfach zuhört und mit Worten zu beruhigen versucht.

In meinem Dienst schau ich im Durchschnitt auf 3 verschiedene Bildschirme: Diensthandy, privates Handy und natürlich der PS4 Bildschirm. Videotelefonate sind zum täglich Brot geworden. Ich sehe so viele private Wohnungen wie noch nie. Es wird viel darüber diskutiert, wo Privatsphäre anfängt und aufhört. Was zeig ich von mir im Internet und wem zeige ich das. Diese Fragen beschäftigen viele von uns. Vor allem ist es wichtig, dieses Thema mit den Jugendlichen zu besprechen.

Aber es ist nicht so viel Zeit, um darüber nachzudenken, es geht schon ins nächste Online Teammeeting – also noch ein Bildschirm, der dazu kommt, nämlich der Laptop. 
Eigentlich ein Wahnsinn, wenn ich bedenke, dass ich so gerne Jugendarbeiter_in geworden bin, weil der Kontakt zu den Menschen so wichtig ist.
Aber in Zeiten von Corona ist alles anders – wir geben unser bestes halt von Zuhause aus!

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